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  Worpswede

Geografie

Gemeindegliederung

Die heutige Einheitsgemeinde Worpswede setzt sich aus den vorher eigenständigen Gemeinden Worpswede, Waakhausen, Überhamm, Schlußdorf, Mevenstedt, Neu Sankt Jürgen, Hüttenbusch und Ostersode zusammen.

Diese Altgemeinden der heutigen Einheitsgemeinde Worpswede bestehen aus folgenden Ortschaften:[2]

  • Worpswede: Bergedorf, Nordwede, Südwede, Weyerdeelen, Weyermoor, Wörpedahl, Worpheim, Worpswede
  • Hüttenbusch: Fünfhausen, Heudorf, Hüttenbusch, Hüttendorf
  • Mevenstedt: Mevenstedt
  • Neu St. Jürgen: Neu St. Jürgen
  • Ostersode: Meinershagen, Nordsode, Ostersode
  • Schlußdorf: Schlußdorf
  • Überhamm: Überhamm
  • Waakhausen: Viehland, Waakhausen

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden der Gemeinde Worpswede sind im Nordosten die Gemeinde Gnarrenburg, im Osten die zur Samtgemeinde Tarmstedt gehörenden Gemeinden Breddorf, Hepstedt und Tarmstedt, im Süden die Gemeinden Grasberg und Lilienthal, im Westen die Stadt Osterholz-Scharmbeck und im Nordwesten die zur Samtgemeinde Hambergen gehörende Gemeinde Vollersode.

Geschichte

Im 11. Jahrhundert erfolgte die Gründung einer Fischersiedlung auf dem Besitz des Klosters Osterholz. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes war 1218.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Worpswede ab 1627 von den katholischen kaiserlichen Truppen des Erzstifts Bremen regiert. 1630 übernahmen die Schweden die militärische Macht in dem Gebiet um Worpswede. Im Jahre 1648 schließlich wurde Worpswede an Friedrich von Hessen-Eschwege abgetreten.

Um 1750 erfolgte eine Kolonisierung durch Jürgen Christian Findorff. Dies war der Beginn der Trockenlegung und der Abbau des umliegenden Moores. 1889 gründete sich die Künstlerkolonie Worpswede.

Seit dem 9. November 1976 ist der Ortsteil Worpswede ein „Staatlich anerkannter Erholungsort“.

Eingemeindungen

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Hüttenbusch, Mevenstedt, Neu Sankt Jürgen, Ostersode, Schlußdorf, Überhamm und Waakhausen eingegliedert.[3]

Religionen

Die Mehrheit der Einwohner Worpswedes gehört der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers an. Die Bürger römisch-katholischen Glaubens sind in der Pfarrei Heilige Familie in Osterholz-Scharmbeck organisiert, dazu gehört in Worpswede die Kapelle Maria Frieden. Daneben gibt es andere christliche Gruppen und Freikirchen, so zum Beispiel eine Baptisten-, eine Brüder- und eine neuapostolische Gemeinde, Angehörige des Islams und eine wachsende Gruppe Konfessionsloser.

Politik

Gemeinderat

Gemeinderatswahl 2011
Wahlbeteiligung: 57,1 %
 %
40
30
20
10
0
 
 
39,5 %
 
 
28,0 %
 
 
26,9 %
 
 
4,1 %
 
 
1,5 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
 
 
-9,1 %p
 
 
+2,3 %p
 
 
+10,2 %p
 
 
+1,2 %p
 
 
-4,6 %p
 
Anmerkungen:
c UWG Worpswede

Der Gemeinderat der Gemeinde Worpswede besteht aus 24 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 9.001 und 10.000 Einwohnern.[4] Die 24 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2011 und endet am 31. Oktober 2016.

Stimmberechtigt im Rat der Gemeinde ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister Stefan Schwenke (parteilos).

Die letzte Kommunalwahl vom 11. September 2011 ergab das folgende Ergebnis:

Partei Anzahl Sitze
CDU10
SPD7
Unabhängige Wählergemeinschaft UWG6
LINKE1

Im September 2012 traten zwei gewählte Mitglieder der UWG aus der Fraktion aus. Ute Jung behielt ihren Sitz im Rat und ist nun fraktionsloses Mitglied im Rat. Susanne Weichberger gab ihr Mandat zurück. Die UWG hat nun 5 Sitze.[5] Im Februar 2014 trat das Ratsmitglied der LINKEN zurück. Da keine weitere Ersatzperson vorhanden ist, bleibt der Sitz der LINKEN unbesetzt.[6]

Bürgermeister

Hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Worpswede ist Stefan Schwenke (parteilos). Bei der letzten Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 wurde er als Amtsinhaber ohne Gegenkandidaten mit 80,5 % der Stimmen wiedergewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 49,3 %.[7] Schwenke trat seine weitere Amtszeit am 1. November 2014 an.

Wappen

Die Gemeinde Worpswede führt kein Wappen.[8]

Sehenswürdigkeiten

Niedersachsenstein

 
Niedersachsenstein

Der am Weyerberg gelegene Niedersachsenstein, ein 18 Meter hohes Monument aus Ziegelsteinen, sieht von weitem aus wie ein Adler und erinnert an die im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten aus der Region. Er wurde 1922 nach einem Entwurf des Architekten Bernhard Hoetger, der auch die Böttcherstraße in Bremen gestaltete, fertiggestellt und ist als einzige expressionistische Großplastik Deutschlands von besonderer kunsthistorischer Bedeutung. Da die Errichtung des Niedersachsensteins in einer Zeit großer Armut und Lebensmittelknappheit erfolgte, war sie seinerzeit umstritten, ebenso wie heute wegen der ursprünglich zugedachten Funktion als Kriegsdenkmal.

Barkenhoff

 
Barkenhoff (Ostseite)

Der Barkenhoff (Plattdeutsch für ‚Birkenhof‘) – ursprünglich ein Worpsweder Bauernhof – wurde im Jahre 1895 vom Künstler Heinrich Vogeler gekauft und innerhalb weniger Jahre zu einem beeindruckenden Gebäude des Jugendstils umgebaut.

 
Barkenhoff (Nordseite)
 
Blick in den Garten

Bald wurde er zum Mittelpunkt der Worpsweder Künstlerbewegung und somit der gesamten „Künstlerkolonie Worpswede“. Über dem Portal auf der Ostseite ist ein Gedicht Rainer Maria Rilkes zu lesen: „Licht ist sein Loos, / ist der Herr nur das Herz und die Hand des Bau's, / mit den Linden im Land / wird auch sein Haus schattig und groß.“ Nach dem Ersten Weltkrieg diente der Barkenhoff als Kommune und Arbeitsschule, danach als ein Kinderheim der Roten Hilfe.

Unter den zahlreichen Besuchern war Sonja Marchlewska, seit 1926 zweite Ehefrau von Heinrich Vogeler, Tochter des polnischen Marxisten Julian Marchlewski, der Freund und Mitarbeiter Rosa Luxemburgs und ein Vertrauter Lenins war. Marchlewski war auch Rektor der Kommunistischen Universität der Nationalen Minderheiten in Moskau und Gründer der Internationalen Roten Hilfe. Er überredete Vogeler, den Barkenhoff der Roten Hilfe zu übereignen. Die Rote Hilfe wurde ab 1923 nur passives, aber förderndes Mitglied der Arbeitsschule Barkenhoff e. V.; sie wurde am 10. November 1921 vom Amtsgericht Lilienthal anerkannt. Im Juli 1925 wurde der Verein Arbeitsschule endgültig aufgelöst. Der Barkenhoff blieb bis 1932 ein Kinderheim.

1932 wurde der Barkenhoff an den Gartenarchitekten und Antroprosophen Max Karl Schwarz (1895–1963) verkauft, der durch den Lebensreformer Leberecht Migge nach Worpswede kam. Dort gründete er in den Jahren 1932–1936 zusammen mit dem Ingenieur Martin Schmidt (1892–1964) die Gartenbau- und Siedlungsschule Worpswede, an der mit anthroposophisch orientierten Lehrern die biologisch-dynamische Arbeit gelehrt und erforscht wurde. Schwarz gilt als bedeutender Pionier des biologisch-dynamischen Land- und Gartenbaus, der Kompostierung sowie als Entwickler und Förderer der Gärtnerhof-Idee. 1954 gestaltete Schwarz den Landschaftspark am Goetheanum in Dornach.

In den Folgejahren verfiel der Hof und wurde 1981 der öffentlichen Hand übergeben. In den Jahren 2003/2004 wurde der Hof grundlegend renoviert. Seither dient er als Museum sowie als Raum für Ausstellungen. Bis Ende 2009 dienten die angrenzenden Remisen als Ateliers der Stipendiaten der Barkenhoff-Stiftung.[9]

Haus im Schluh

 


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