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  Kündigen ohne Grund

Kündigen ohne Grund:

Wie das im Zweifamilienhaus funktioniert!

Wer kündigen will, braucht einen Kündigungsgrund. Von dieser Faustregel haben Sie sicherlich auch schon gehört. Allerdings: Davon gibt es auch Ausnahmen! Die kennen allerdings nur die wenigstens Vermieter: Die Kündigung im vom Vermieter mitbewohnten Zweifamilienhaus.

Für die brauchen Sie zwar keinen Kündigungsgrund, einen kleinen Pferdefuß hat die Sache aber dennoch.

Wohnt Ihr Mieter mit im Haus und würden Sie ihm gern kündigen, gesteht Ihnen der Gesetzgeber ein erleichtertes Kündigungsrecht zu: Sie können ohne Kündigungsgrund kündigen, haben allerdings dann eine etwas längere Kündigungsfrist.

Voraussetzung ist, dass Sie als Vermieter selbst mit im Anwesen wohnen! Besteht die Vermieterseite aus einer Personenmehrheit (z. B. einer Erbengemeinschaft), genügt es für Ihr Kündigungsrecht, wenn eine Person darin wohnt. Allerdings können nur alle gemeinsam die Kündigung aussprechen!

Wann Sie mit im Zweifamilienhaus wohnen

Ein "Bewohnen" nach § 573 a BGB setzt nicht voraus, dass Sie sich tagtäglich im Haus aufhalten. Allerdings müssen Sie sich schon überwiegend im Haus aufhalten. und dort das Zentrum Ihrer privaten Lebensführung haben. Benutzen Sie dagegen die Wohnung nur gelegentlich z. B. als Ferienwohnung oder als "Möbellager", ist das kein "Bewohnen" im Sinne der Vorschrift.

Sie müssen nicht schon bei Abschluss des Mietvertrags mit im Haus gewohnt haben. Es reicht völlig, wenn Sie erst zum Zeitpunkt, an dem Ihr Mieter die Kündigung erhält, mit im Haus wohnen.

Wer eine Einliegerwohnung vermietet, kann einfacher kündigen

Der typische Fall: Sie besitzen ein Zweifamilienhaus. Eine Wohnung bewohnen Sie, die andere, z. B. die Einliegerwohnung, haben Sie vermietet.

Weil Sie auf so engem Raum mit Ihrem Mieter zusammenleben, gesteht Ihnen der Gesetzgeber eine erleichterte Kündigungsmöglichkeit zu. Denn eigentlich bräuchten Sie ja als Wohnungsvermieter einen Kündigungsgrund, um Ihren Mieter "loszuwerden".

Wegen dieses Zugeständnisses verlängert sich aber die "normale" Kündigungsfrist um zusätzliche 3 Monate. Also von den üblichen 3, 6 (ab einer Laufzeit von 5 Jahren) bzw. 9 Monaten (ab einer Laufzeit von 8 Jahren) auf eine Kündigungsfrist von 6, 9 bzw. 12 Monate – jeweils abhängig davon, wie lange Ihr Mietverhältnis bestand (§ 573a Abs. 1 BGB).

Beispiel:

Sie wollen dem Mieter Ihrer Einliegerwohnung kündigen, der schon seit 6 Jahren dort lebt. Erhält Ihr Mieter Ihre Kündigung bis zum 3.7.2015, muss er zum 31.3.2016 ausziehen. Die Kündigungsfrist berechnet sich so: 6 Monate Kündigungsfrist ab einer Laufzeit von 5 Jahren plus zusätzliche 3 Monate wegen Berufung auf das Sonderkündigungsrecht für Vermieter im Zweifamilienhaus = 9 Monate Gesamtkündigungsfrist.

Zweifamilienhaus: Wie Sie mit doppeltem Boden kündigen

Haben Sie zusätzlich noch Eigenbedarf an der Wohnung, weil Ihr mittlerweile erwachsener Sohn in die Einliegerwohnung ziehen will, können Sie wählen, ob Sie Ihrem Mieter mit einem Kündigungsgrund, wie z. B. Eigenbedarf, kündigen oder Sie berufen sich auf die erleichterte Kündigung für Vermieter im selbst mitgenutzten Zweifamilienhaus nach § 573a BGB.

Wichtig: Auch bei einer Kündigung im Zweifamilienhaus nach § 573a BGB müssen Sie den Mieter auf sein Widerspruchsrecht nach § 574 BGB sowie auf die Form und die Frist des Widerspruchs hinweisen, sodass der Mieter widersprechen kann, wenn die vertragsgemäße Beendigung des Mietverhältnisses für ihn, seine Familie oder einen anderen Angehörigen seines Haushalts eine Härte bedeuten würde.



Andreas Hofer Immobilien- und Finanzberatung Tel.:04791-988 9000 | Irrtümer und alle Rechte vorbehalten.
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